Heute               Bad Salzuflen

So sieht es heute, im April 2006 aus. 

Lange Straße heute in 2006

Dazu ein Bericht der Lippischen-Landes-Zeitung

LZ 31.05.2006

 

Arendt Bades Haus (heute 

Haus Reker) steht als

Miniatur im Landesmuseum

 

 

Schutz im Krieg und Platz für Feste im Frieden

 

Bad Salzuflen (sk). Kaufmann Arendt Bade hatte mit seiner Frau Marie Jürgens beschlossen: "Jetzt wird gebaut". 1612 ließ er sein Haus an der Langen Straße - mit der heutigen Nummer 33 errichten - mit großen Speicherböden für sein Warenlager.

 

Im hinteren Teil des Gebäudes wünschte er sich einen Saal aus massivem Bruchsteinmauerwerk - ein Raumtyp, der bei nicht vielen Häusern jener Zeit in Bad Salzuflen existiert. Deswegen ist dieser Saal des Kaufmanns eine Besonderheit, denn er deutet auf die exponierte Stellung des Bürgers Arendt Bade hin, der den Raum für Feste nutzen wollte, der aber auch Schutz in Kriegszeiten oder bei einem Brand bieten sollte. Nur in wenigen und herausragenden Bürgerhäusern der Region befindet sich ein solcher Raum - zum Beispiel im Lemgoer Hexenbürgermeisterhaus oder dem Hansehaus in Minden.

 

Das Gebäude in der Langen Straße in seinem Urzustand zeigt die Lebensweise eines vornehmen Kaufmanns im frühen 17. Jahrhundert mit seiner Familie und dem Gesinde. Kurz vor dem 30-jährigen Krieg errichtet, gilt es außerdem als ein hervorragendes Beispiel jener Zeit, die von dem Wohlstand geprägt war, den die Salzgewinnung und der Handel der Stadt beschert hatten. 

 

Zudem stellt das Schnitzwerk an der Front des Hauses von Arendt Bade eines der bekanntesten, schönsten und am besten erhaltenen aus der Zeit der Weserrenaissance dar. Es ist Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen, und außerdem weist das Gebäude eine zum Teil noch völlig unversehrte Fachwerkverzimmerung auf.

 

Die Fenster der Speicherräume sind noch mit den alten hölzernen Lüftungsgittern und Klappläden versehen. Bis auf das durch Ladeneinbauten von 1955 veränderte Erdgeschoss ist die Fassade im Urzustand erhalten - auch die Speicherböden sind noch original sowie die Verzimmerung mit Eichenholzsparren im Dachstuhl.

 

In der Fachwelt gilt es als typisches Ackerbürgerhaus - Bade war zwar Kaufmann, betrieb aber wie viele andere vor den Toren der Stadt etwas Landwirtschaft. Ein Modell des Hauses im Maßstab 1:10 befindet sich im Lippischen Landesmuseum in Detmold. Nur schwerlich dürfte sich daran jedoch die Inschrift über dem Torbogen entziffern lassen: 

 

"De Segen des Heren din Godt thut mehren, so Du Dich mit Eheren tuest erneren: Ungunst der Luthe wirt Dir nicht schaden, wat Godt huet gifft, wirt wol gerathen."

Giebel Haus Reker

  Reichhaltiges Schnitzwerk, das von 
Wohlstand kündet: Das Haus in der
Langen Straße 33 gehört zu den 
herausragenden Bau-Beispielen der
 Region und steht deswegen im
Maßstab 1:10 als Modell im
Detmolder Landesmuseum.

(Foto: Koch)

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Stand: 30.09.10